Allzuoft beschweren sich etwa deutsche Firmen darüber, wie schwer es sei, auf dem US-Markt geeignete Mitarbeiter zu finden. Nun, ob es tatsächlich schwerer ist als in Europa, das sei dahingestellt.

Fakt ist jedoch, dass es sich viele schwerer machen als sie es müssten. Auf dem heutigen Stellenmarkt, wo weitgehend die Kandidaten den Ton angeben, muss man neidlos anerkennen, dass es in erster Linie die angesehenen Firmen sind, die gute Leute anziehen und auch langfristig halten können.

Was aber macht eine Firma attraktiv? Hier ein paar Tipps zur “Attraktivitätssteigerung”:

Small, but not too small

“Wir fangen mal klein an” – ein gern verwendeter Satz, wenn es um die Gründung einer Auslandsfiliale geht. Ist es aber tatsächlich zielführend, erstmal nur mit einem Verkäufer in den riesigen US-Markt einzusteigen? Kann man es sich wirklich leisten, Mitarbeiter unter ihrem Wert zu bezahlen, weil man “erst mal schauen will”, wie sich der Markt entwickelt? Die Antwort lautet nein. Wenn also schon klein, dann bitte nicht zu klein und vor allem nicht planlos.

Wer gute Leute gewinnen will, der muss zumindest einen ernst gemeinten Wachstumsplan für das Unternehmen und seine Mitarbeiter bereithalten.

Appearance counts

Nein, nicht nur Bewerber stehen heutzutage auf den Prüfstand, sondern auch Firmen. Klar, nicht alles, was im Internet z.B. auf Glassdoor gepostet wird, stimmt. Mag sein, dass da mal ein verbitterter Exmitarbeiter ungerechtfertigterweise seiner Wut freien Lauf laufen lässt. Ernstzunehmen ist sowas trotzdem. Keine Firma muss vorgeben etwas zu sein, was sie nicht ist. Sehr wohl aber muss sie sich bemühen, Positives zu schaffen und das dann auch entsprechend zu präsentieren.

Letting go

“Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser” – auch das scheint ein Leitsatz zu sein, mit dem viele mitteleuropäische Firmen den amerikanischen Markt betreten. Die Kontrolle scheint aber oft soweit zu gehen, dass den Mitarbeitern vor Ort die Hände gebunden sind, was weder dem Geschäft, noch der Stimmung zuträglich ist.  Und selbst Mikromanager werden zugeben müssen, dass es keinen Sinn macht, gute Leute einzustellen und denen dann zu sagen, was sie zu tun haben…

No greatness without proof

Ein europäisches Unternehmen, das gerade eben in den USA Fuss zu fassen versucht, ist sozusagen ein unbeschriebenes Blatt. Wie “gut etabliert” man in Europa ist, das zählt nicht wirklich. Den Bekanntheitsgrad und die Aktzeptanz, die man anderswo hat, die müssen erstmal wieder erarbeitet werden. Dass das in einem Land, das in etwa 27 Mal die Grösse von Deutschland hat, einigermassen herausfordernd sein kann, ist klar.

Nach wie vor werden europäische Produkte zwar mit hoher Qualität assoziiert, aber wieviel zählt Qualität, wenn es z.B. schwer / umständlich ist, an die Produkte heranzukommen oder sich darüber zu informieren? Erfolgreich sind die, die sich an den Markt anpassen und damit beweisen, wie grossartig sie wirklich sind.

Dass all dies gelingen kann, das zeigen die US-Niederlassungen einiger mitteleuropäischer Firmen immer wieder vor – Nachahmung strengstens empfohlen!

Written by: Iris Winkelbauer-Hoelzl, Account Executive.  Please feel free to connect with Iris on LinkedIn.