Wochen sind vergangen, die Fußball WM ist beendet und immer noch wird über dieses großartige Fußballereignis gesprochen. Weder das frühe Aussteigen der Deutschen Mannschaft ist verdaut, noch dass Belgien nicht im Finale stand. Aber auch tolle Momente, Freistoß in den letzten Sekunden des Spiels Deutschland gegen Schweden und Kroos macht das entscheidende Tor – oh, wie hatten wir alle noch Hoffnung!

Mittlerweile hat der DFB Pokal begonnen, wir freuen uns, wenn Dritt-Ligisten für Überraschung sorgen. Das erste Wochenende der Bundesliga liegt hinter uns.

Jeder, der die Fußball-Weltmeisterschaft angeschaut hat und selber ein Team leitet oder Mitglied eines Teams ist, wird mit Interesse die Korrelation von Teamerfolg und Teamdynamik beobachtet haben und daraus Schlüsse und Lehren ziehen.

Was können wir lernen von der Fußball-Weltmeisterschaft? Hier einige Beispiele:

Persönliche Chemie zwischen den Spielern kann Talent und Erfahrung schlagen

Gute zwischenmenschliche Beziehungen sind gleichzusetzen mit Kooperation, Produktivität und Loyalität und dies alles führt zum Erfolg. Die französische Mannschaft war die zweitjüngste Mannschaft im Turnier und wurde zur jüngsten Gewinnermannschaft seit Peles Brasilien-Team 1970! Zugegeben, die jungen französischen Spieler hatten ein ungeheures Talent, doch die Mannschaft zeigte Homogenität und das katapultierte das Team zum Erfolg.

Nur mit Vertrauen in den Trainer ist Erfolg garantiert

Denken wir an das Spiel Kroatien gegen Argentinien, wo Kroatien als überraschender Sieger das Spielfeld verließ. Der argentinische Trainer Jorge Sampaoli sagte nach dem Spiel: “der Trainer trägt nicht nur eine Teilverantwortung, die Verantwortung liegt voll und ganz beim Trainer:“ Es ging durch die Medien, dass Sampaoli während des Turniers das Vertrauen seiner Spieler verloren hatte, da, nach seinen eigenen Worten, er zu sehr auf Lionel Messi gesetzt hatte. Unter der Führung von Messi hatten die Spieler versucht, den Trainer rauszudrängen, da nach ihrer Meinung Sampaoli vor dem Tunier nie eine strategische Planung für die Mannschaft durchgeführt hatte. Ohne Zweifel, solche Unruhen haben einen negative Effekt auf das Team.

Im Vergleich dazu hatte der französische Trainer, Didier Deschamps, auf Teamgeist und Zusammengehörigkeit gesetzt. Er hatte unter anderem während gemeinsamer Mahlzeiten keine Mobiltelefone erlaubt, hatte eine Teameinheit geschaffen und nicht erlaubt, dass die Mannschaft durch Einzelspieler geführt wurde. Deschamps wurde auch für seine spielgewinnenden Taktiken gelobt. Sein Führungsstil gab seinen Spielern Vertrauen und Selbstbewusstsein.

Ein Spieler – egal wie begabt – macht kein Team

Wenn Lionel Messi und Christiano Ronaldo nicht der Inbegriff dieses Maxims sind, dann weiß ich auch nicht! Beide Spieler sind die Superlative im Fußball. Es wurde erwartet, dass diese „Halbgötter“ durch ihr pures Talent eine ganz Mannschaft leiten und lenken und zum Erfolg führen, jedenfalls deutlich weiter, als es dann tatsächlich passierte.

Realistisch? Nein, denn eine Mannschaft, die einen herausragenden Spieler in seiner Mitte hat, braucht für Erfolg andere außerordentlich talentierte Spieler, und zwar so viele, wie nur möglich.

Aber wie immer im Leben, von hier oben auf der Tribüne ist es immer einfacher die Mannschaftsdynamik und die Korrelation zum Mannschaftserfolg zu studieren und zu kommentieren! Wenn einem der Ball auf dem Platz direkt ins Gesicht fliegt, dann sieht das ganze Geschehen auf einmal anders aus.

Trotzdem, für mich ist die Fußball WM mehr als nur eine Sportveranstaltung; wir können nicht nur lernen, wie Mannschaften/Teams geführt werden müssen, damit sie erfolgreich sind, sondern wir lernen auch die verschiedenen Wege zum Erfolg.

Written By: Bertina Brase, The Q Works Group