Wenn Sie den Aktienmarkt im Dezember beobachtet haben, dann hat das Jahr  2018 etwas wackelig abgeschlossen. Sollte man dem Hype glauben? Meine 401K-Performance war in 2018 nicht so positive wie im Vorjahr, aber es war nicht alles verloren. Ich glaube, es gibt hier einen Punkt, der klar verstanden werden muss. Die Börse ist nicht die Wirtschaft. Natürlich gibt es eine klare Verbindungen. Die Aktienkurse steigen und fallen mit der Rentabilität / dem Profit des Unternehmens. Doch ist dies viel komplexer als hier ausgedrückt und mit hohen Spekulationen verbunden. Denken Sie an den Börsencrash von ‘87 zurück, wo weltweit Aktien um 25% an Wert einbüßten, doch in den folgenden Jahren entwickelte sich die Wirtschaft sehr gut.

 

Im Allgemeinen schaut der Aktienmarkt auf Entwicklungen in der Zukunft. Ich ziehe es vor, die Beschäftigungszahlen als einen echten Indikator zu betrachten. Die Beschäftigung ist für Unternehmen die „Speerspitze“. Personalkosten sind die höchsten Kosten im Unternehmen. Während der Rezession in den frühen 2000er Jahren, genauer im März 2001, betrug die Arbeitslosenquote 6,3%. Dies wurde durch die „Dot.com“ Bubble verursacht und war die Auswirkungen waren kurz und flach.

 

Ende der 90er Jahre bin ich in die Personalberatungsbranche eingetreten und ich kann mich nicht erinnern, dass 2001 für mein Geschäft so schlecht war. Die Große Rezession (’07 bis ‘09) dauerte offiziell 18 Monate, während die Arbeitslosenquote bis zum Oktober 2009 auf 10% stieg. Ursache war der Zusammenbruch der Immobilien-Bubble aufgrund der Subprime-Hypothekenkrise. Der Dow Jones erreichte im März 2009 den Tiefststand. Durch die Ankündigung der Rezession hatte eine natürliche Verlangsamung der Personaleinstellungen zur Folge, meine Teams erlebten allerdings ein Wachstum während der Großen Rezession. Wenn mein Team Fragen zur Rezession stellte, antwortete ich immer: “Da machen wir nicht mit”. Die Beschäftigung von Fach-und Führungskräften bleibt während dieser Abschwünge tendenziell verschont, wo hingegen anderen Bereiche, wie gewerbliche Arbeiter, unter diesen Schwankungen leiden.

 

Zum Ende des Jahres 2018 haben die Analysten vom MRI-Network folgende Daten veröffentlicht:

Das Beschäftigungswachstum in den USA verzeichnete im Dezember einen beispiellosen Aufwärtstrend, während der Aktienmarkt einbrach. Das Bureau of Labor Statistics (BLS) führte das im Dezember beobachtete erstaunliche Beschäftigungswachstum auf starke Zuwächse in den Sektoren Lebensmittel, Baugewerbe, Gesundheitswesen, Verarbeitendes Gewerbe und Einzelhandel zurück.

 

Das Gesundheitswesen wies den größten Anstieg bei Neueinstellungen auf, wobei die Unternehmen in dieser Branche rund 50.000 neue Arbeitsplätze schufen. Insgesamt verzeichnete das Gesundheitswesen in 2018 einen rekordbrechenden Zuwachs von 346.000 neu geschaffenen Stellen, dies ist eine deutlich Zunahme von den 284.000 Stellen die in 2017 geschaffen wurden.

In der produzierenden Industrie erhöhte sich die Beschäftigung im Dezember um 32.000 Stellen, besonders Unternehmen in der Gebrauchsgüterindustrie, Metallproduktion und Elektronikindustrie blühten. Die jährlichen Einstellungszahlen stiegen auf 284.000, weit entfernt von den 207.000 neuen Arbeitsplätzen, die in 2017 hinzugekommen sind.

Die Beschäftigung im weitläufigen Sektor Dienstleistungen stieg im Monatsverlauf ebenfalls an. Hier fügten die Arbeitgeber 41.000 neue Arbeitsplätze hinzu, wodurch sich die jährliche Zahl auf 583.000 erhöhte. Dies ist eine Verbesserung gegenüber den 458.000 neuen Stellen, die 2017 geschaffen wurden.

Ökonomen und Arbeitsmarktanalysten haben positive Voraussagen fürs neue Jahr angesichts der positiven Entwicklung der US-Beschäftigung.

 

In 2019 hat sich an der Börse der gezeigte Trend von Ende 2018  nicht fortgesetzt. Ein weiterer Beleg dafür, dass die guten Nachrichten des Arbeitsmarktberichts weiterhin stark sind. Aus allen Berichten und Kennzahlen geht hervor, dass Unternehmen weiter wachsen und Unterstützung in Form von Arbeitnehmern in ihren Organisationen benötigen. Im Trend liegen dabei Zeitarbeitskräfte, die die voll eingesetzt werden aber nicht die Zahl der Beschäftigung erhöhen.

Die saisonal angepasste Zahl vom Bureau of Labor Information spricht von 1.000 Zeitarbeitsplätzen in den USA, die im Januar 2019 hinzugefügt wurden.

 

Beachtet werden muss, dass die Durchschnittsrate von Zeitarbeit – Zeitarbeitsrate in Prozent zur Gesamtbeschäftigung – jedoch gegenüber Dezember unverändert bei 2,03% blieb.

Dennoch, im Vergleich zum Januar des Vorjahres stiegen die Zeitarbeitsstellen um 2,67%.

“Nach der Abwärtsrevision im November und dem sanften Wachstum von 1.000 Stellen in diesem Monat, sieht der jüngste Trend im Zeitarbeitsmarkt plötzlich nicht mehr so positive aus wie im letzten Monat angenommen”, sagte Tony Gregoire, Forschungsdirektor bei SIA. “Die nächsten zwei Monate sollten darüber Auskunft geben, ob diese Veränderung Teil der typischen Volatilität von Monat zu Monat ist oder auf einen echten Trend einer Abschwächung der befristeten Beschäftigung als Frühindikator für eine Konjunkturabkühlung hindeutet.”

 

In Bezug auf Gesamtbeschäftigung, ohne Landwirtschaft, haben die USA im Januar 304.000 neue Arbeitsplätze geschaffen, was einem Beschäftigung von fast 150,6 Millionen entspricht. Auf der anderen Seite stieg die Arbeitslosenquote im Januar auf 4,0% , wo sie noch im Dezember auf 3,9% und im November bei 3,7% lag.

Bei Hochschulabsolventen stieg die Arbeitslosenquote im Januar auf 2,4%, von 2,1% im Dezember und 2,2% im November.

“Die Botschaft dieses Berichts ist klar: Während sich die Finanzmärkte und das Vertrauen der Unternehmen in den letzten Monaten unsicher zeigten, fügten Arbeitgeber schnell neue Mitarbeiter hinzu,  genauer gesagt 304.000 neue Arbeitsplätze im Januar”, sagte Gad Levanon, Chef-Ökonom, The Conference Board. “Das Beschäftigungswachstum hat sich in den letzten Monaten beschleunigt.”

Levanon stellte ebenso fest, dass aufgrund der Schließung der öffentlichen Behörden, einige Daten vom Januar schwer zu interpretieren sind.

 

Das BLS stellte fest, dass die Beschäftigung im öffentlichen Dienst im Januar um rund 1.000 Mitarbeiter stieg, im Wesentlichen unverändert zum Vormonat. Dabei wurden Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes, die beurlaubt waren, als beschäftigt gezählt.

Levanon erwartet weiterhin ein moderates Beschäftigungswachstum, jedoch nicht so schnell wie bisher angenommen.

 

Autor: Michael Clegg, Managing Partner The Q Works Group